Warum muss Open Source Software im Unterricht verwendet werden

Gesellschaftspolitische Dimension

Bei Freier und Open Source Software (FOSS) liegt der Quelltext offen vor und es kann überprüft werden, welche Arbeitsschritte durchgeführt werden. Bei proprietärer Software wird nur der von Menschen nicht lesbare Maschinencode installiert und es kann nicht kontrolliert werden, welche Benutzerdaten in die Rechenzentren der Hersteller übertragen werden. Es kann zum Beispiel bei Windows 10 nicht überprüft werden, welche Benutzerdaten auf Microsoftservern landen.

Untersuchung zum Datenschutz von Windows 10

Pädagogische Dimension

Die Schule soll Grundlagen in Informatik und nicht bloße triviale Anwenderkenntnisse vermitteln. Dazu ist nur Freie und Open Source Software (FOSS) geeignet, weil man mit dieser jederzeit unter die Oberfläche sehen und Arbeitsweise von Programmen und Betriebsystem uneingeschränkt nachvollziehen kann. Das Dateiformat ist offen, die Datenstruktur kann betrachtet werden, und durch das offenen Format ist auch gesichert, dass in Jahrzehnten diese Dokumente noch geöffnet werden können. Wird Anwendersoftware im Unterricht verwendet, kann jeder Schüler für Selbststudium, Hausaufgaben oder für das Nachholen von versäumten Stunden diese Software zu Hause sofort ohne Aufwand und Kosten installieren und damit arbeiten. Es liegt auch in der Verantwortung der Schule zu zeigen, dass es kostenfreie und mindestens ebenbürtige Alternativen zu proprietärer Software gibt, bei der der Nutzer die Kontrolle über seine Privatsphäre behält.

Wirtschaftspolitische Dimension und Nachhaltigkeit

Die Abhängigkeit von den wenigen großen Softwarekonzernen kann verringert werden, wenn ein Bewusstsein entsteht, dass man mit freier Software mindestens ebenso gut die notwendige Arbeit verrichten kann. Wertschöpfung und KnowHow durch Support und Programmierung bleiben in Österreich bzw. Europa, IT-Kompetenz im Land wird gefördert.

Zur Zeit erleben wir, wie ein paar wenige globale IT-Konzerne versuchen die Politik in allen Staaten der Erde so zu beeinflussen, dass ihre Geschäftsmodelle durchgesetzt werden können. Dabei wird auch mit massiver Lobby-Arbeit und Bestechung, aber auch mit Falschinformation gearbeitet. Auch müssen US-amerikanische IT-Konzerne Weisungen der US-Behörden umsetzen und trotzdem hat sich die Verwaltung der europäischen Staaten vollständig von Microsoft abhängig gemacht.

...„Das Microsoft-Dilemma“

...Lobby-Register

Aufwand für Support und Bereitstellung

Bei proprietären Betriebsystemen hat der Anwender längst keine Kontrolle mehr, was auf seinem Gerät geschieht. Der beim Kauf mit Microsoft abgeschlossene Vertrag enthält bei Windows 10 auch kein durchsetzbares Recht darauf, dass das System funktioniert. (weil …) . In der Praxis geschieht es auch auf Serversystemen immer wieder, dass nach Systemupdates der Serverdienst nicht mehr funktioniert (so funktionierte im Haus der Microsoft-Windows-Druckserver nach einem Update nicht mehr. Derartiges ist uns auf Linux-Servern noch nie passiert). Da bei der Verwendung von FOSS die Kontrolle über das Betriebssystem und die Anwendung vor Ort bleibt, sind diese Systeme sicherer, nachhaltiger und letzten Endes viel einfacher und günstiger zu administrieren.

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Folgerungen für den Unterricht

Die Schule soll den Jugendlichen jene Kenntnisse vermitteln, die zum Verständnis und zur Teilhabe an der modernen Welt notwendig sind. Weiters muss die Basis gelegt werden, dass die junge Generation mit Verständnis den zukünftigen Herausforderungen begegnen kann. Aus diesen Tatsachen lassen sich mehrere Folgerungen für den Unterricht ableiten:

  • Linux als freies Betriebssystem muss SchülerInnen vertraut gemacht werden.
  • Zentrale informatische Kompetenzen müssen mit freier Software realisiert werden.
  • Informatikunterrichts muss sich auf informatische Kompetenzen konzentrieren
  • Informatikunterrichts darf sich nicht auf Anwenderschulung beschränken.

Auch im Alltag in den Klassenräumen ist es sinnvoll Linux-Betriebsysteme und freie Software einzusetzen. Dies ist in finanzieller Hinsicht und in der Entwicklung von IT-Kompetenz nachhaltiger als die Auslagerung dieses Bereichs an große Softwarekonzerne wie Microsoft.