Open Source in der modernen IT-Welt

Freie Software dominiert die IT-Landschaft

Die heutige IT-Landschaft ist dadurch geprägt, dass sich Softwareentwicklung mit offenem Quelltext (freie bzw. Open-Source-Software) fast überall durchgesetzt hat. Die zentralen Serverdienste des Internet (Nameserver, Webserver) waren immer schon zum Großteil durch freie Software realisiert (zum Beispiel: BIND). In den letzten 2 Jahrzehnten hat sich auch in vielen anderen Bereichen das Paradigma der freien Software durchgesetzt.

  • Jeder der 500 weltweit leistungstärksten Großrechner verwendet das freie Betriebsystem Linux (Link: top500.org)
  • Über 80% der Smartphones und Tablets verwenden das freie Betriebsystem Linux
  • In fast jedem internetfähigen Gerät vom Switch, Router bis zum DVD-Player steckt Linux (Link: open source bei Ford).
  • Wissen ist durch die freie Plattform Wikipedia in bisher nicht gekanntem Umfang frei verfügbar.

Freie Software aller Art ist der Nährboden für die sich rasant entwickelnden neuen digitalen Dienste. Die neu entstandenen IT-Konzerne wie Google, Amazon, Twitter, Facebook, Netflix verwenden und entwickeln in großem Umfang freie Software. Die großen IT-Konzerne werden ihre sicherheitskritische Software wohl nicht bei der Konkurrenz einkaufen, sie können mit Open-Source Software selbst die Kontrolle über die sichere Produktentwicklung bewahren.

Beispiele

Sogar bei Microsoft setzt sich ebenfalls Open Source Software durch. So wurde der hauseigene Browser Internet Explorer eingestellt, und jetzt wird für den neuen Microsoft-Browser Edge ebenfalls freie Software als Kernkomponente verwendet (Microsoft nützt künftig Chromium). Damit verwenden alle relevanten Browser (Chrome, Firefox, Edge, Safari ...) im Kern freie Software.

Welchen Unterschied macht die Entscheidung für freie Software oder proprietäre Software aus Anwendersicht?

Bei freier Software kann sich der Benutzer darauf verlassen, dass die Experten der Open-Source-Community den Quelltext studiert haben und die Funktionen der Software bekannt sind. Bei proprietärer Software kann nicht überprüft werden, was die Software eigentlich genau macht und ob Funktionen implementiert sind, die Datenschutz oder Anwenderinteressen verletzen.

Folgerungen für den Unterricht

Die Schule soll den Jugendlichen jene Kenntnisse vermitteln, die zum Verständnis und zur Teilhabe an der modernen Welt notwendig sind. Weiters muss die Basis gelegt werden, dass die junge Generation mit Verständnis den zukünftigen Herausforderungen begegnen kann. Aus diesen Tatsachen lassen sich mehrere Folgerungen für den Unterricht ableiten:

  • Linux als freies Betriebssystem muss SchülerInnen vertraut gemacht werden.
  • Zentrale informatische Kompetenzen müssen mit freier Software realisiert werden
  • Informatikunterricht muss sich auf informatische Kompetenzen konzentrieren
  • Informatikunterricht darf sich nicht auf Anwenderschulung beschränken.

Auch im Alltag in den Klassenräumen ist es sinnvoll Linux-Betriebsysteme und freie Software einzusetzen. Dies ist in finanzieller Hinsicht und in der Entwicklung von IT-Kompetenz nachhaltiger als die Auslagerung dieses Bereichs an große Softwarekonzerne wie Microsoft.