Bonjour de France auf musikalisch

Konzert der Gruppe „ô Bec!“

Ungewohnte Klänge und Worte erfüllten am späten Vormittag des 21. 10. 2019 den Orchestersaal des BORG. Zu Gast war die Gruppe „ô Bec!“ aus dem französischen Poitou-Charentes, die für die Französisch-SchülerInnen unserer Schule ihre Chansons françaises zum Besten gab.

Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch eine Kooperation mit dem Institut franco-tyrolien d‘Innsbruck (IFTI). Dessen Leiterin, Béatrice Gaigg, hatte die Musiker für zwei Tage nach Innsbruck eingeladen und – neben einem öffentlichen Konzert am Abend – auch schulische Auftritte vorgesehen. Ganz unbekannt war Eingeweihten der Autor und Komponist der Gruppe, Didier Dubreuil, nicht. Schon 2015 gastierte er mit seiner damaligen Formation Les Dièses in Innsbruck für ein Konzert, an dem einige Klassen des BORG und SportBORG teilnehmen konnten.

Seit 2017 singt und spielt Didier Dubreuil als ältestes Gruppenmitglied (Text und Musik, Gitarren, Gesang) nun mit Alexandre Griffith (Gitarre/Gesang), Anicet Debien (Bass, Gitarre) und Eric Pelletier am Schlagzeug (der leider verhindert war). Mit ihrem ersten Album (Chansons & Coup de becs, 2019) bestreiten die professionellen Musiker nun mit Cyrpien Brosset (Bass/Kontrabass, statt Debien) ihre erste längere Tournee.

Die Lieder der Gruppe ô Bec ! erzählen von Erlebnissen aus dem Alltag und Begegnungen mit Menschen. Sie handeln von Liebe, Humor, Auflehnung, Verrückheit und von der Hoffnung (auch für diesen Planeten). Die Musik ist sehr offen und enthält Elemente aus dem Rock, Folk und Blues. Der musikalische Bogen spannt sich von zarter Intimität bis hin zu betontem Tempo und Rhythmus, immer stark an den Worten (paroles) orientiert - ganz in der französischen Tradition des Chansons à texte. Bemerkenswertes Detail: Didier Dubreuil bringt seine vielseitige Kreativität (Federzeichnungen, Aquarelle) auch bei der Gestaltung der Plakate und Plattencover ein.

Der Name der Gruppe lässt wie manche Lieder viel Interpretationsspielraum. Auf der Homepage (http://www.obec.fr/) finden wir folgenden Hinweis:

Il y a la douceur de l’oiseau lissant ses plumes.
La tendresse du bec à la Québécoise.
La puissance de celui qui sculpte le vieux chêne, ou harponne le poisson.
Et surtout l’envie de « l’ouvrir », d’interpeller, de dialoguer…

Der Schnabel (le bec) eines Vogels (ll‘oiseau) steht für die Sanftheit (la douceur), mit dem dieser sein Gefieder glattstreicht, aber auch für die Kraft und Gewalt (la puissance), mit der er auf eine alte Eiche einhackt oder einen Fisch aufspießt. Im familiären Französisch wird außerdem der menschliche Mund und in Kanada (à la Québecoise) sogar ein Küsschen so bezeichnet. Und die Lust (l‘envie), den „Schnabel“ zu öffnen und in Dialog zu treten, kann man der Gruppe ô Bec! nicht abstreiten.

Die teilweise sehr lyrische, metaphorische Sprache stellte für die SchülerInnen naturgemäß eine Herausforderung dar. Zur Vorbereitung in den Klassen (zweites bis 4. Lernjahr) schickten die Musiker daher einige Texte und fassten die Inhalte bzw. Themen der Lieder, die von Frau Prof. Frick übersetzt wurden, beim Auftritt jeweils zusammen. Die Gruppe gab sich generell viel Mühe, mit den SchülerInnen in Kontakt zu treten und zu kommunizieren, auch im Gespräch nach dem Konzert, das Frau Prof. Gappmayr unterstützend moderierte. Einige SchülerInnen nutzten die Gelegenheit, Fragen an die Musiker zu stellen, die diese sehr offen beantworteten.

Ein sympathischer Auftritt der Gruppe „ô Bec!“, der es den SchülerInnen erlaubte, französischsprachigen Musikern und Musik in französischer Sprache zu begegnen.

Bericht: Martina Frick
TeilnehmerInnen: 6ab (Martina Frick), 8s (Katharina Wagner), 8s/7s (Ingrid Raffl), 6s/6cd/7cd/F- Vertiefung (Gabriele Gappmayr)