Im Kopf von Samira Shaikh

Stationentheater im Rahmen des „Langen Tags der Flucht“

Anlässlich des Tags der Flucht besuchten wir, die 8m, auf Initiative von Frau Prof. Harandi-Riedmann am 30. September ein Stationentheater in der Kulturbäckerei, bei dem wir Schülerinnen und Schüler als Schauspieler in die Rollen von asylsuchenden Flüchtlingen schlüpften.

Nach einem freundlichen Empfang wurde jedem von uns ein Kärtchen mit allen Informationen über die zu spielende Person zugeteilt, und wir wurden gebeten, die eigene Persönlichkeit völlig beiseitezulegen, um sich bestmöglich in die Rolle hineinversetzen zu können. So wurden wir auf den Weg geschickt, Menschen aus verschiedenen Ländern, verschiedene Sprachen sprechend, durch unterschiedlichste Schicksale zur Flucht bewegt, aber mit dem gemeinsamen Ziel, in Österreich Asyl zu bekommen.

Wir schritten durch einen Vorhang - ein Symbol für das Ungewisse - und wurden sogleich von einer Polizistin in einer fremden Sprache dazu aufgefordert, uns mittels Fingerabdruck auf einem Formular zu registrieren. Dann wurden wir in die Erstaufnahmestelle Traiskirchen gebracht. Hier erfolgte dann eine erste Trennung der Gruppe in jene, die einen Asylantrag stellen durften und jene, welche sofort wieder zurückgeschickt wurden und damit aus dem „Spiel“ ausschieden. Die Übriggebliebenen kamen eine Station weiter und wurden verschiedenen Flüchtlingsheimen zugeteilt, wo sie auf einen Bescheid warten mussten, der aussagte, ob und für wie lange sie in Österreich bleiben durften.

Am Ende des Theaters befreiten wir uns von den Rollen und kehrten wieder zu uns selbst zurück. In einem abschließenden Gesprächskreis besprachen wir die verschiedenen Emotionen, die wir im Laufe dieser Flucht erlebt hatten und wünschten den Personen, die wir gespielt hatten, dass ihre Geschichten gut ausgingen, ob sie nun erfunden waren oder das Schicksal eines Menschen in der realen Welt widerspiegelten.

Linda Pöll, Lukas Duregger 8m