„Kultur schafft Vielfalt – Vielfalt durch Kultur“

Der Aktionstag kultureller Bildung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Frauen in Kooperation mit vielen anderen PartnerInnen im Rahmen der UNESCO International Arts Education Week vorbereitet und durchgeführt. Er steht unter dem Motto „Kultur schafft Vielfalt – Vielfalt durch Kultur“. Ziel dieses Tages ist, durch ein gemeinsames Auftreten die künstlerisch-kreativen Aktivitäten an Schulen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und damit die Bedeutung dieses Bereiches für die Persönlichkeitsentwicklung und die Kreativität der Schülerinnen und Schüler zu verdeutlichen. Das BORG Innsbruck war mit folgenden Beiträgen am Aktionstag präsent:

BORG´sche Fensterblicke 2015/16

Bildung und Öffentlichkeit - privat und öffentlich!?
Das Fenster als Übergang zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, dem draußen, der Nachbarschaft. Die Stadt vom Fenster aus betrachten, die private Grenze überschreiten, die eigene und fremde Grenze des Gegenübers, des Nachbarn. Der Fensterblick markiert Wendepunkte im persönlichen/gesellschaftlichen Leben. Aufenthaltsort des "Dazwischen" – einerseits noch im Schutz des privaten, in diesem Fall schulischen Raums andererseits bereits mit Blickrichtung in die Welt außerhalb.

Die SchülerInnen fotografieren aus dem Schulgebäude durch diverse Fenster in den urbanen Umgebungsraum. Der Fotozyklus beginnt im Herbst und endet im Frühling. Einerseits ergibt sich eine Vielfalt von Ausblicken durch die individuellen Blickwinkel der SchülerInnen auf die unmittelbare Nachbarschaft, sprich den innerstäditischen Raum Innsbrucks, und andererseits durch die Änderung des Erscheinungsbildes im Außen zu diversen Tages- Jahreszeiten, Lichtstimmungen, Verkehr, PassantInnen.

Es wird eine Auswahl getroffen und diese Fotos werden als Plakate/Folien gedruckt auf die Glasfenster des Eingangsbereiches nach außen hin sichtbar montiert. Somit wird die Stadt Innsbruck mit den individuellen Blicken der SchülerInnen konfrontiert, bzw. schaut sich gespiegelt ins eigene Antlitz. Weiters wird eine Auswahl der Fotos als Postkarten gedruckt und diese werden von allen beteiligten SchülerInnen an Freunde, Verwandte.... versendet und am Aktionstag vor der Schule und in nächster Umgebung verteilt. (Niederkircher/ Engele)

Du siehst was Du weißt! Weißt Du was Du siehst?

Die tapferen SchülerInnen der 7D haben allen Witterungsumständen zum Trotz, ihre Stationen zum interaktiven Erleben visueller Wahrnehmungsphänomene in den Rathausgalerien aufgebaut. Die optischen Illusionen in Bezug auf Raum, Farbe und Bewegung wurden auf unterschiedlichste Art und Weise präsentiert. Die SchülerInnen luden alle interessierten Passanten ein , ihre Experimente auszuprobieren. Dem Einen spielte ein Tennisball einen Streich, ein Anderer musste sich anhand eines Totenkopfes über die Gestaltgesetze aufklären lassen. Mit einer überdimensionalen Kamera wurde der Raum im Raum sichtbar gemacht und die konstruktiven Mittel der Raumdarstellung auf der Fläche verdeutlicht. (Zierer)

Heldentum?

„Heldentum?“ eine Performance der 7B zum Aktionstag kultureller Bildung am 24.05.2016 Ein Vortrag in dem der Historiker Horst Schreiber, die Entstehungsgeschichte und historischen Zusammenhänge bei der Errichtung des Kriegerdenkmals auf dem Areal unserer Schule beleuchtete, die Rolle der damaligen Lehrerbildungsanstalt und ihrer Lehrer ins „rechte“ nicht rückte, regte uns an, im BE- Unterricht dieses Denkmal genauer ins Visier zu nehmen. Das Denkmal, das 1924 nach Plänen des Architekten Clemens Holzmeister angefertigt und 1958 mit 3 Ehrentafeln, der im 2. Weltkrieg gefallenen Soldaten, erweitert wurde, fiel den SchülerInnen bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht auf. Die SchülerInnen der 7B untersuchten formale, inhaltliche und historische Zusammenhänge, analysierten die Inschriften und versuchten Form, Inhalt und Aussage kritisch zu hinterfragen. In der Auseinandersetzung ergaben sich einige grundsätzliche Fragen: „ Wer ist ein Held?“, „Sind alle Soldaten, die hier erwähnt werden, Helden?“ „Wer bestimmt, wer ein Held ist?“„Sind nicht die Helden der einen Gruppe, die Mörder auf der anderen Seite?“, „ Gibt es keine Heldinnen in diesem Krieg?“ ......Ein großes Thema war in der Diskussion natürlich auch der „Krieg“, „Was bedeutet Krieg für mich?“, „ Was sind die weitreichenden Folgen eines Krieges und wer hat am meisten darunter zu leiden?“ In einer performativen Aktion haben die SchülerInnen vor dem Kriegerdenkmal versucht, diese Fragen mit einfachen Mitteln darzustellen und darauf aufmerksam zu machen, dass die Verherrlichung des Krieges, des Heldentums nicht unreflektiert und kritiklos akzeptiert werden darf. (Moser)

Text-il

Das österreichweite Gemeinschaftsprojekt regt zu kunstspartenübergreifender Arbeit in der Schule an. Nach dem Prinzip „Stille Post“ wird von einer teilnehmenden Schule eine künstlerische Arbeit (z.B. ein Klangereignis, ein visueller Impuls wie Foto,Zeichnung etc.) erstellt und als Impuls an eine weitere Schule übermittelt. Die Ateliergruppe 6AB des BORG Innsbruck erarbeitet mit textilen und sprachlichen Mitteln eine Antwort auf den erhaltenen Impuls. Es entsteht ein mit Fäden und Bändern ausgespannter, aus Holzleisten zusammengefügter Würfel. Die Bänder und Schriftzüge, die den entstandenen Raum im Würfel in alle Richtungen vernetzen, stehen für das Netz der Gedanken, die vielen Seiten des Lebens, für unterschiedliche Sichtweisen, für das Nebeneinander von positiven und negativen Einflüssen, denen wir uns stellen müssen. Am Aktionstag wird das Objekt im Foyer der Schule ausgestellt. Die Dokumentation der gesamten Impulsketten ist auf der Seite des ZSK unter Aktionstag abrufbar. (Lüth)