Krieg, stell dir vor, er wäre hier!

Eine mobile Produktion des Tiroler Landestheaters am BORG Innsbruck

Es hätte keine bessere Wahl gegeben, als dieses Stück wieder ins Programm zu nehmen. Ein ursprünglich als Essay erschienener Text, der auf originelle Weise heutige Zeitumstände widerspiegelt, obwohl es bereits 2011 geschrieben wurde. Ein Werk der auf Dänisch schreibenden Autorin Janne Teller, die 2014 den „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ erhielt.

In diesem Ein-Personen-Stück werden wir konfrontiert mit einer verkehrten Welt, die eigentlich traditionell Gegenstand der Komödie ist, hier aber eine Tragödie nachzeichnet: das Leben eines männlichen Flüchtlings, der die „Flucht nach Ägypten“ antritt, da in Mitteleuropa autoritäre Regimes wieder das Sagen haben, Menschen ausgrenzen, verhaften, töten. Eine Fiktion, die auf berührende Weise sowohl die Situation der Flüchtlinge, die heute aus Gründen wie Krieg, Gefahr und mangelnde Zukunft nach Europa kommen, reflektiert, als auch den Rechtsextremismus in Europa vorwegnimmt, der leider bereits auf Regierungsebene Länder wie Ungarn und Polen erreicht hat und in manchen Parteien Europas, auch hierzulande, inhaltlich vorbereitet wird.

Wir verfolgen unseren Flüchtling von Deutschland/Österreich bis nach Ägypten, wo er in einem Lager aufgenommen wird, sich zumindest seines Lebens sicher sein kann, wenn auch nicht vor den Anfeindungen der Italiener, die auch ihren Teil am Kuchen des Exils haben wollen. Aber welche Zukunft liegt vor ihm? Auf dem Schutt der zerstörten Träume eines ganz normalen jungen Mannes aus Mitteleuropa, der vielleicht gerne die Matura gemacht, ein Studium begonnen, in einem Land mit seiner Kultur weitergelebt hätte, muss er ein neues Leben aufbauen, ein völlig anderes, das nach einigen Jahren Exil im Dasein eines Bäckers im fremden Land bereits seinen Höhepunkt erreicht hat. Ein Land, das ihm immer noch misstraut, weil er fremd ist und sein Bruder sich dem herrschenden Regime in der Heimat angeschlossen hat. Was will er mehr? Er wurde gerettet.

Ein Stück, das die 7A mit viel Aufmerksamkeit verfolgte, nicht zuletzt, weil ein afghanischer Flüchtling seit Herbst in der Klasse ihr Leben teilt.

Wir danken Christoph Griesser (Schauspieler/Hauptrolle), Birgit Eckenweber (Regie) und Stella Krausz (Ausstattung) für die gelungene Inszenierung, dem Hauptdarsteller und Romana Lauterer für die Moderation des Gesprächs mit der Klasse im Anschluss der Aufführung.