Pool-Party und Panic Room - Streifzug durch Südafrika

Eine ausgezeichnet vorbereitete Referentin erwartete die SchülerInnen der siebten Klassen des Faches "Sprachen und Kulturen" am 16. November:

Carolyn Ronelle Atzl ist in Namibia geboren, hat den Großteil ihres Lebens in Südafrika verbracht und studiert seit einem knappen Jahr in Innsbruck. Sehr gerne kam sie der Bitte nach, uns über eine ihrer drei Muttersprachen "Afrikaans" und ihr Heimatland zu erzählen. Es gelang ihr einerseits, uns die Attraktionen Südafrikas vor Augen zu führen: Sie beschrieb die faszinierende Landschaft, die Nationalparks mit Elefanten, Tigern, Warzenschweinen und ihren Lieblingstieren, den Giraffen, pries den südafrikanische Wein, schwärmte von Pool-Partys zu ihrem Geburtstag im Dezember und dem Weihnachtsmann in Badehose und Flip-Flops.
Aber auch auf die Schattenseiten dieses Landes ging Carolyn Ronelle Atzl ausführlich ein:
die niedrige Lebenserwartung (ca. 43 Jahre!), hohe Kriminalität, Vergewaltigungen, die hohe Infektionsrate mit HIV (ca. 22% der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren), die Spannungen zwischen den Volksgruppen und der noch weit verbreitete Analphabetismus. Sie erklärte uns, dass jene SüdafrikanerInnen, die es sich leisten können, hinter hohen Elektrozäunen mit Wachhunden lebten und ein sogenannter Panic-Room, in den man sich im Falle eines Einbruchs zurückziehen kann, zur Standardausstattung gehöre. Die großen Gegensätze lassen sich auch anhand berühmter Persönlichkeiten aufzeigen: Hier stehen einander z. B. Männer wie Nelson Mandela, Freiheitskämpfer und erster schwarzer Präsident, der bald die neuen Geldscheine zieren wird, und Thabo Mbeki gegenüber, der bis 2009 Präsident war und als Aidsleugner in die Geschichte eingegangen ist.
Beeindruckt hat die SchülerInnen des Sprachenzweigs auch die sprachliche Vielfalt Südafrikas. Seit dem Ende der Apartheid gelten elf amtliche Landessprachen: Englisch, Afrikaans, isiZulu, Siswati, Süd-Ndebele, Sesotho, Sepedi, Xitsonga, Setswana, Tshivenda und isiXhosa. Das Land hat somit auch elf unterschiedliche offizielle Landesnamen und ist nach Bolivien und Indien dasjenige mit den meisten offiziellen Sprachen der Welt.
Dass die verschiedenen Kulturen sich auch in den zahlreichen unterschiedlichen Musikstilen widerspiegeln, verwundert daher nicht, und Hörbeispiele, bei denen die als "Mama Afrika" titulierte Miriam Makeba natürlich nicht fehlen durfte, rundeten diese Präsentation ab.

Ein persönlicher Tipp Carolyns für antriebslose SchülerInnen und LehrerInnen, um wieder Energie zu tanken: Das Lied "Shosholoza" sangen früher Grubenarbeiter, um sich gegenseitig anzuspornen.
Youtube-Link zu "Shosholoza"